Kooperation mit anderen Schulen und Einrichtungen

Zur Zeit haben wir mit unserer Partnerschule "Friedrichsfelder Schule" in Lichtenberg und der  "George-Orwell-Sekundarschule" gute partnerschaftliche Verbindungen.
Wir treffen uns bei Fortbildungen und tauschen Erfahrungen aus.

Martin-Niemöller Schule
Schulleiterin: Frau Rümpel, Am Breiten Luch 5, 13053 Berlin, Telefon: 030-9294089, Fax: 030-9295169

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Ansprechpartnerin für Fragen im Bereich Lese- Rechtschreibförderung: Frau Hannemann

Friedrichsfelder Schule
Schulleiter: Herr Pohl, Lincolnstraße 67, 10315 Berlin, Telefon: 030-5251639, Fax: 030-52279493
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Ansprechpartnerin: Frau Fliege



Für Interessierte möchten wir auf folgenden Link verweisen:

www. leserechtschreibfoerderung.de.

Diese Seite wird von Herrn Dr. Tacke als Schulpsychologe betrieben und gibt wichtige Information und Hinweise.  

PULS an der Martin-Niemöller-Schule

Der schulische Schwerpunkt der Schule liegt bei der Förderung von Kindern mit Lese- Rechtschreibschwierigkeiten. Das Programm dazu heißt PULS: Prävention / Unterricht / Lesen / Schreiben.
Seit 10 Jahren wird das Programm ausgeweitet und vertieft. Inzwischen lernen Kinder mit Lese- Rechtschreibschwierigkeiten von Klasse 1 bis Klasse 6 in der Grundschule und bei Erfordernis lückenlos weiter an einigen Sekundarschulen und Gymnasien.
Jährlich finden im Bezirk Lichtenberg eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer/innen statt, um sie mit dem Problem Lese- Rechtschreibschwierigkeiten, den nutzbaren gesetzlichen Bestimmen, der Diagnostik und Förderung sowie Methoden und Medien vorzustellen, die für die Förderung hilfreich sind. Diese Fortbildungsprogramme finden bei den Kolleg/innen regen Zuspruch.
Sogenannte Screenings im Lesen und Rechtschreiben werden bezirksweit in der Klassenstufe 6 mit dem Ziel, Probleme beim Übergang in die Sekundarstufe zu reduzieren, durchgeführt und in der Klassenstufe 1 im März eines Jahres, um rechtzeitig Lese- Rechtschreibprobleme zu erkennen und präventiv tätig werden zu können. In den zurückliegenden Jahren haben daran mit Einverständnis der Eltern über 15000 Schüler/innen in Lichtenberg teilgenommen.
Was hat es mit dem Problem Teilleistungsstörung Lesen und Rechtschreiben auf sich? Keinesfalls sind es Kinder mit geringer Lernfähigkeit, auch Kinder mit einer anderen Muttersprache werden hier nicht einbezogen, wenn diese die Ursache für die Schwierigkeiten ist. Dafür gibt es andere Fördermöglichkeiten.

Was verstehen wir unter Lese- Rechtschreibschwierigkeiten?
Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten liegen vor, wenn Schülerinnen und Schüler besondere Schwierigkeiten beim Erlernen und beim Gebrauch der Schriftsprache und des Lesens haben, die nicht ursächlich auf zu geringe Kenntnisse der deutschen Sprache  oder festgestellten oder vermuteten sonderpädagogischen Förderbedarf zurückzuführen sind und erheblich vom übrigen Leistungsvermögen abweichen  (siehe Grundschulverordnung).

Thesen

  • Jedes Kind mit Lese- Rechtschreibproblemen hat andere Schwierigkeiten: es gibt auch nicht die Förderung bzw. die Therapie
  • Jede Betrachtung zum Problem gibt meist individuelle Erfahrungen wieder, die nur in Grundzügen zu verallgemeinern sind: jedes Kind ist anders
  • Jedes Kind muss Lesen und Schreiben lernen (nach May).
  • (Fast) jedes Kind kann Lesen und Schreiben lernen (nach May).

Was ist bei einem Kind mit Lese- Rechtschreibschwäche anders?

    • Sie haben Schwächen in der schnellen Verarbeitung von zeitlich rasch aufeinanderfolgenden Reizen, d.h. wenn zwei Sprachlaute (ba / da) rasch aufeinander folgen und unterschiedlich gehört werden müssen.
    • Sie haben meist keine Schwierigkeiten, die Laute den Buchstaben zuzuordnen. Sie scheitern erst, wenn diese Laute zu Silben oder Wörtern zusammengefasst werden.
    • Ihr sprachliches Gedächtnis ist  weniger ausgeprägt.
    • Meist liegt zusätzlich eine Aufmerksamkeitsstörung (ADS oder ADHS) vor.
    • Es gibt Kinder, die normal lesen, jedoch eine Rechtschreibschwäche aufweisen (isolierte Rechtschreibschwäche).

Gemeinsam ist allen Betroffenen mit LRS: sie haben es extrem schwer, Lesen und Schreiben zu lernen!

Was geschieht häufig ohne rechtzeitige Intervention? Wenn die Ursache schulischer Schwierigkeiten, eine vorhandene Lese- Rechtschreibschwäche, nicht rechtzeitig erkannt wird und eine undifferenzierte Förderung einsetzt, die ein qualvolles, meist wenig erfolgreiches Üben veranlassen. Erfolgserwartungen von Eltern und Lehrer/innen, die nicht zu rechtfertigen sind, versetzen das Kind in tiefe Frustration und eine weitgehende Schulunlust wird erzeugt. Die Familie ist enttäuscht, weil alle Bemühungen nicht fruchten und das Kind fühlt sich zu Recht gekränkt, da es ja seine Möglichkeiten voll ausschöpft. Nur nicht mit dem Erfolg, wie bei anderen Kindern!

Deshalb ist hier rechtzeitige Intervention wichtig.

Wie sieht die Förderung in den PULS-Klassen an der Martin-Niemöller-Schule aus?

Grundvoraussetzung, ist ein Lehrer mit einer besonderen Einstellung zum Kind, generell, aber bei lese-rechtschreibschwachen Kindern ganz besonders.
Persönliche Zuwendung, die Kinder zu mögen, ihnen geduldig zuhören zu wollen, Grenzen festlegen, ohne einzuengen und immer wieder Ermutigung geben, sollten die Haltung des Lehrers prägen.
Die geringe Schülerzahl durch eine Vielzahl von Teilungsstunden  in einer PULS-Klasse erfordert trotzdem eine Vielzahl von didaktischen Formen bei der Arbeit in der Klasse, da die Störungen der Kinder zwar in Richtung Lese-Rechtschreibschwierig-keiten zielen, sie aber sehr komplex und im Extrem völlig unterschiedlich bei jedem Kind sein können.
Um eine effektive schriftsprachliche Förderung zu erreichen, müssen der Leidensdruck bzw. die neurotische Versagensangst methodisch bedacht werden. Lese- rechtschreibschwache  Kinder können in der Schule durchaus erfolgreich sein bis hin zum erfolgreichen Abitur, sie brauchen nur eine andere Art von Unterricht (PULS-Klasse!).

Es gibt keine LRS-Didaktik, jedoch bemühen wir uns, im Unterricht folgende Schwerpunkte einzusetzen:                                                                                         

-          Abbau von Ängsten

-          Ermutigung und Motivierung als pädagogische Hilfen

-          Verhindern von Fehlschlägen während der neuen Lernphase

-          Neuaufbau eines positiven Selbstwertgefühls, Abbau von Minderwertigkeitsgefühlen, Betonung der Stärken (nicht der Schwächen!)

-          Anerkennung, dass ein geringerer Lernerfolg als bei den Mitschülern ein großer eigener Erfolg sein kann!

-          Konsequenter Leselehrgang

-          Rechtschreibtraining: orientiert an den speziellen persönlichen Defiziten

-          Freudvoller Umgang mit dem Körper und Bewegung, fehlender Leistungsdruck

-          Vielseitige Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen

-          Förderung von Handlungskompetenz und Kreativität

 

  • Wie arbeiten wir in PULS-Klassen?

Auf Grundlage oben Gesagten beginnen wir anfangs mit Materialien des Kieler Lese- und Rechtschreibaufbaus.
Wir haben in Anlehnung daran uns auf den integrierten Lese- und Schreiblehrgang nach der Silbenmethode ABC der Tiere  konzentriert.            
Wir nutzen alle Lese- und Rechtschreibmaterialien und speziell die Möglichkeiten, viele Übungen auch am PC durchzuführen. Mit dem Einsatz von Software in den PULS-Klassen haben wir besonders gute Erfahrungen machen können.
Es gibt keine speziellen Förderprogramme mit dem Computer, die zur Überwindung der LRS einzusetzen sind. Aber, es gibt gute Programme, die viele Übungsschwerpunkte beinhalten, die wir als Lehrende für das Erlernen der deutschen Sprache für wichtig halten. Es geht dabei besonders um Übungsschwerpunkte bzw. Förderung bei Rechtschreibschwerpunkten.

Solche Programme wurden in den letzten Jahren vielfach den Lichtenberger Lehrer/-innen vorgestellt.

Es gilt der gleiche Rahmenplan und die gleiche Stundentafel

Es gibt deshalb die gleichen Zeugnisse wie an den anderen Grundschulen.

Der Unterricht wird speziell auf die Problematik LRS orientiert geplant und durchgeführt.

Einsatz von speziellen didaktischen Materialien, Schulbüchern, Arbeitsheften,

- Computerprogrammen (im PULS-Klassenraum stehen für die Kinder  Computer bereit) 

- Klassenstärke beträgt bis zu 24 Kindern, jedoch in c. 14 bis 16 Stunden in zwei Gruppen geteilt.

- Jede Klasse erhält zwei Klassenräume, damit bei Teilung  in den beiden Gruppen  parallel unterrichtet werden kann.

- Der Unterrichtsfortschritt orientiert sich anfangs stark am Leistungsvermögen der Kinder .

- Die Schule stellt einen Raum für Psychomotorik und Ergotherapie zur Verfügung, der optimal ausgestattet ist.

- Der Hort orientiert sich in seiner Arbeit auf die Probleme der LRS-Kinder.